Meilensteine von Ithaka

Seit 2007 hat das Ithaka Institut Standards, Technologien und wissenschaftliche Konzepte entwickelt, die dazu beigetragen haben, Pflanzenkohle zur derzeit wichtigsten Methode für den Entzug von CO2 aus der Atmosphäre zu machen. Auf diesem Weg ist eine globale wissenschaftlich-technische Gemeinschaft von Forschern, Unternehmern, Ingenieuren, Landwirten und Zertifizierern herangewachsen, die es vor zwei Jahrzehnten so noch nicht gab. Hier sind die 13 Meilensteine, mit denen wir wesentlichen Einfluss nehmen durften.

2007 – Erster europäischer Pflanzenkohle-Feldversuch im Weingut Mythopia (Wallis, Schweiz).

2009 – Gründung des Ithaka Journals. Erste Richtlinien und ein Label für Weinbau mit hoher Biodiversität (Delinat), seither von über 100 Weingütern in acht europäischen Ländern übernommen.

2012 – Schaffung des European Biochar Certificate (EBC), des ersten unabhängigen Zertifizierungssystems für Pflanzenkohlequalität. Veröffentlichung der „55 Anwendungen von Pflanzenkohle“, die Pflanzenkohle über die Landwirtschaft hinaus als vielseitigen industriellen Werkstoff neu definierte.

2014 – Entwicklung des Kon-Tiki. Seither in mehr als 100 Ländern auf allen bewohnten Kontinenten übernommen, ist der Kon-Tiki heute die Technologie, mit der weltweit die meiste Pflanzenkohle hergestellt wird.

2015 – Wissenschaftlicher Nachweis, dass niedrig dosierte, nährstoffangereicherte Pflanzenkohle im Wurzelraum die Ernteerträge signifikant erhöhen kann – Vervierfachung des Kürbisertrags bei nur 750 kg Urin-Biochar-Kompost pro ha in Nepal.

2017 – Veröffentlichung in Nature Communications zum Mechanismus der Nährstoffspeicherung in Pflanzenkohle-Kompost. Entwicklung des PyCCS-Konzepts mit dem Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung. Erste systematische Serie von über 100 aktivierten Pflanzenkohlen aus verschiedenen Ausgangsstoffen (Projekt Empyrion).

2018 – PyCCS-Artikel in GCB Bioenergy veröffentlicht – der Begriff hat seither über 14.000 Suchergebnisse und einen Wikipedia-Eintrag hervorgebracht. Zwei der vier im IPCC-Sonderbericht zitierten Pflanzenkohle-Publikationen entstanden unter Beteiligung von Ithaka.

2020 – Einführung des ersten C-Senken-Standards zur Zertifizierung pflanzenkohlebasierter Kohlenstoffentnahme.

2022 – Global Artisan C-Sink Standard, der Kleinproduzenten weltweit die Zertifizierung von Kohlenstoffsenken ermöglicht. Global Rock C-Sink Standard, die erste Zertifizierung für technische Gesteinsverwitterung.

2023 – Einrichtung des Carbon-Farming-Feldversuchs in Nepal – neun Systeme, 10 Hektar, im Umfang weltweit einzigartig. Erste Weltcup-Siege im Alpinen Snowboard mit Biochar-Snowboards.

2024 – Global Tree C-Sink Standard zur Zertifizierung von Kohlenstoffsenken aus Agroforst und Wiederaufforstung. Nachweis, dass Pyrolyse Plastik aus Bioabfällen beseitigt (CoPyKu II).

2025 – Policy Commentary für die EU über die Klimawirkung von Pflanzenkohle im Boden. Global Construction C-Sink Standard entwickelt – erste zertifizierte Kohlenstoffsenken in Gebäuden in der Schweiz. Methan-Rechner zur Kompensation von Methanemissionen mit temporären Kohlenstoffsenken eingeführt. Pflanzenkohle als skalierbarer Weg zur PFAS-Sanierung etabliert (Cornelissen et al.).

2026 – Veröffentlichung einer Berechnungsmethode zur Kompensation von Methanemissionen durch temporäre C-Senken (Schmidt & Hagemann). Der Artikel führt das Konzept des Total-Climate-Effects (TCE) ein, das eine physikalisch fundierte Grundlage für die Bewertung temporärer Kohlenstoffsenken liefert – mit unmittelbarer Relevanz für die EU-Verordnung über die Zertifizierung von CO₂-Entnahmen und Carbon Farming sowie für Artikel 6.4 des Übereinkommens von Paris.